Neuigkeiten vom Verein

29.05.2017 l 3:3 – Lohne erlebt nach irrem Finale Frust pur
BWL dreht 0:2 in 3:2, kassiert den Ausgleich – und muss Atlas Delmenhorst im Titelrennen den Vortritt lassentlas Delmenhorst
Es war ein dramatisches Saisonfinish. Der enttäuschte Trainer Thomas
Schmunkamp sagte nach dem bitteren K.o.: „Da ist jetzt alles leer.“

Atlas Delmenhorst ist Meister der Fußball-Landesliga und Aufsteiger zur Oberliga, BW Lohne wird mit der um drei Treffer schlechteren Tordifferenz punktgleich Vizemeister und spielt in der nächsten Saison weiter in der Landesliga. Das sind die nackten Fakten der spektakulären Titelentscheidung in der höchsten Weser-Ems-Spielklasse. Aber an diesem brütend warmen letzten Mai-Sonntag gab es für Atlas und BWL ein Wechselbad der Gefühle. In den 90 Minuten wechselte die Meisterschaft mehrmals hin her. Am Ende reichte den Delmenhorstern der 5:1 (1:0)-Sieg gegen den VfL Wildeshausen, Lohnes 3:3 (1:2) beim SV Bad Rothenfelde war zu wenig.

Lohnes Trainer Thomas Schmunkamp hatte nach dem Abpfiff der elektrisierenden 90 Minuten ziemlich schnell seine Fassung wiedergefunden und sagte, während seine Spieler total enttäuscht zur Kabine trotteten: „Da ist jetzt alles leer. Das ist eine Riesenenttäuschung. Natürlich müssen wir unsere 3:2-Führung nach Hause bringen, zumal Bad Rothenfelde platt war. Es hat bei uns nicht am Willen gelegen – jeder wollte wirklich. Aber wir haben bei den Gegentoren auch nicht gut verteidigt“, erklärte der Lohner Coach, der damit zum zweiten Mal in Folge Vizemeister geworden ist.

2015/16 hatte er als „Vize“ mit BW Lohne II im Aufstiegsspiel gegen den BV Cloppenburg II den Kürzeren gezogen. Thomas Schmunkamp vergaß aber in den bitteren Momenten von Bad Rothenfelde nicht, dem glücklichen
Titelgewinner zu gratulieren: „Unser Glückwunsch geht natürlich an Atlas.“

Die virtuelle Meisterschale wechselte im Verlauf der 90 Minuten mehrmals hin und her. Beim Anstoß war Lohne Meister, dann Atlas mit der 1:0-Führung und dem fast parallelen Lohner Rückstand. Kurz nach der Halbzeitpause die Wende: Atlas kassiert den Ausgleich, Lohne macht das 2:2 – jetzt ist BWL vorne. Dann führt Atlas nach 67 Minuten 2:1, aber es reicht aufgrund der mehr geschossenen Tore bei Punkt- und Torgleichheit immer noch für
Lohne. Als Atlas nach 72 Minuten 3:1 führt, ist Delmenhorst wieder Meister. Lohne schafft jedoch in der 80. Minute das 3:2 und wähnt sich am Ziel. Der Titel ist jetzt greifbar nahe. Aber in der 83. Minute trifft Bad Rothenfelde zum 3:3 – jetzt ist Atlas die Nummer eins, erhöht noch auf 5:1 und feiert frenetisch nach einem Jahr Landesliga den Durchmarsch in die Oberliga Niedersachsen.

Es war die erste Landesliga bzw. Bezirksoberliga-Titelentscheidung mit zwei punktgleichen Teams seit 1994. Damals machte Concordia Ihrhove mit zwei Toren Vorsprung das Rennen – vor dem SV Bad Rothenfelde. BW Lohne hatte schon im Hinspiel gegen die Rothenfelder durch ein Gegentor in der Nachspielzeit das 1:1 kassiert, war aber dennoch Herbstmeister geworden.
Diesmal führte der späte Ausgleich für Lohne zum Verlust des Meistertitels.

Bad Rothenfeldes Trainer Günter Baerhausen hatte wie sein Kollege Thomas Schmunkamp auf mehrere Stammkräfte verzichten müssen. Baerhausen geht nach sieben Jahren in eine Fußballpause, sieben seiner Spieler verlassen den Verein. Trotzdem kämpfte Rothenfelde – ein wenig zur Verwunderung der Lohner – bis zum bitteren Ende, fast, als ging es für sie auch um den Titel. Baerhausen sagte: „Ich wollte nicht mit einer Niederlage
ausscheiden. Lohne hat alles versucht, und es tut mir für den Verein auch ein bisschen leid. Aber wir wollten ein würdiger Gegner sein. Und bei geschätzt 30 Grad war es für beide heute schwer.“

Sieben Gelbe Karten für die Gastgeber bezeugen deren Verbissenheit. Lohne verbuchte keine Verwarnung. Auf BWL-Seiten fehlten mit Christian Bröring, Felix Oevermann und David Pundt drei Innenverteidiger. Und Torjäger Tim Wernke ließ Thomas Schmunkamp wegen hartnäckiger Oberschenkelprobleme vorsichtshalber auf der Bank. „Wir spielen auf Sieg. Aber ich will Tim nicht nach zehn Minuten verletzt auswechseln müssen“, sagte der Coach vor dem Anstoß.

Er konnte gegenüber dem Mittwoch-Spiel in Pewsum (2:0) immerhin wieder Malte Beermann auf der „Sechs“ bringen. Aber die Partie nahm keinen
guten Anfang für die Lohner. in der 18. Minute erzielte Vincent Stumpe die Rothenfelder Führung nach einem Angriff durchs Zentrum. Lohnes Defensive sah dabei ebenso wenig gut aus wie beim 2:0, das Kevin Herbermann
nach 35 Minuten auf sein Konto brachte, als er frei vor Torwart Tim Kröger auftauchte; zuvor war die Lohner Deckung unschlüssig und griff zu spät ein. Kurz danach verpasste Pablo Andrade Gregorio das 3:0, als er aus zwei Metern vergab.

Lohne wurde ziemlich durchgeschüttelt, kam aber fünf Minuten vor der Pause zum wichtigen Anschlusstor durch Julius Liegmann im Nachsetzen nach einem Eckball von Dustin Beer. Somit schaute BWL wieder hoffnungsfroher nach vorne. Zumal kurz danach Tim Wernke in die Partie kam. Und mit dem 2:2 in der 49. Minute durch Alper Yilmaz" strammen Rechtsschuss nach Flanke von Wernke war BWL wieder richtig im Spiel.

Lohne machte Druck, wollte das 3:2. Zwei Freistöße von Dustin Beer verfehlten ihr Ziel (60./63.), Schüsse von Christian Meyer und Julius Liegmann (beide 73.) wurden abgeblockt. Und dann kam der eingewechselte Felix Schneppe und jagte den Ball nach einem Vorstoß von Jakub Bürkle kurz vor dem Strafraum exakt in die Ecke (80.). Der Jubel auch unter den Lohner Fans, die mindestens die Hälfte der gut 400 Zuschauer
stellten, war enthusiastisch.

Doch das letzte Kapitel schrieb Vincent Stumpe mit dem 3:3 in der 83. Minute im Anschluss an eine abgewehrte Ecke. Danach rannte BW Lohne verzweifelt an. Ein Kopfball des durchgestarteten Tim Wernke nach weitem
Ball von Marius Sandvoß fand nicht sein Ziel (90.+2), und
 Wernke kam dann freistehend zur Flanke auf den einschussbereiten Kai Westerhoff, stand zuvor aber im Abseits (90.+3).

In Delmenhorst war vor 1500 Zuschauern schon drei Minuten früher Schluss. Als das Ergebnis aus Bad Rothenfelde eintraf, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Und Lohnes Fußball-Abteilungschef Manuel Arlinghaus
rief bei Atlas-Teammanager Bastian Fuhrken an und gratulierte – worüber sich der Meister freute. Lohne hat eine tolle Saison gespielt. Nur ohne Krönung.

Überblick
Bad Rothenfelde - Lohne 3:3

Bad Rothenfelde: Simeni - Moscardini (15. Wernemann), Unger, Bewekenhorn, Andrade (55. Christoffer) - Herbermann, Gelhoet, Kuhlmann, K. Stumpe - V. Stumpe, Fiß (88. Zimmermann).
Lohne: Kröger - Westerhoff, Sandvoß, Meyer, Placke - Beermann, Beer - Yilmaz (73. Schneppe), Olberding (42. Wernke), Bürkle - Liegmann (73. Joh. Bröring).
Tore: 1:0 V. Stumpe (18.), 2:0 Herbermann (35.), 2:1 Liegmann (40.), 2:2 Yilmaz (49.), 2:3 Schneppe (80.), 3:3 V. Stumpe (83.).
Zuschauer: 400.

Im Bild:

Bild 1: Fassungslos: Lohner Spieler und Betreuer gestern nach dem Abpfiff der Landesliga-Partie im Bad Rothenfelder Sportpark.
Bild 2: Als Lohne aufgestiegen war: Der eingewechselte Felix Schneppe (links) markiert das 3:2. Die Freude währte nur kurz.
Bild 3:Blankes BWL-Entsetzen: Vincent Stumpe (links) hat zum Bad Rothenfelder 3:3-Ausgleich getroffen. Es ist das Tor, das Lohne letztlich den Titel kostete.
Fotos: Wenzel
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