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24.10.2017 l Oyther Derby-Freude mit Bauchschmerzen
Tabellenzweiter feiert 4:1-Sieg gegen Lohne / Vizemeister auf Abstiegsplatz / Verdacht auf Kreuzbandriss bei Cook
Saisontreffer zehn, elf und zwölf. Überragender Akteur auf dem Platz war jedoch Markus Kohls. Der Flügelflitzer war nicht zu stoppen und bereitete drei Tore vor.

Nein, ausgelassene Feierlichkeiten im Mittelkreis gab"s diesmal nicht. Keine Tanzeinlage, keine Gesänge, kein „Derbysieger, Derbysieger“, kein „Die Nummer eins im Kreis sind wir“. Die Fußballer des VfL Oythe ließen es am Sonntagnachmittag ruhig angehen. Nachdem sie das Landesliga-Kreisderby gegen BW Lohne mit 4:1 (2:1) gewonnen hatten, zogen sie sich schnell in ihre Kabine zurück. Kein übertriebenes Auskosten in der Öffentlichkeit. „Das muss ja auch nicht sein“, sagte Oythes Trainer Paul Jaschke: „Wir sehen uns ja schon bald wieder.“ In dreieinhalb Wochen gibt"s eine Neuauflage im Bezirkspokal.

Das Duell um Punkte ging an Oythe – und ein bisschen gefeiert wurde dann doch. Eine Viertelstunde nach dem Schlusspfiff dröhnte laute Partymusik aus der Kabine des VfL Oythe, der seine Erfolgsserie fortsetzte (22 Punkte
aus acht Partien), Platz zwei untermauerte und sich zusammen mit Spitzenreiter BV Essen schon ein wenig von den Verfolgern absetzte.

Nebenan packten die enttäuschten Lohner ihre Sachen, sie wollten nur noc weg vom Oyther Berg. Das letzte VEC-Derby der Hinrunde war kurzfristig auf die Trainingsanlage des VfL verlegt worden. Die Regenfälle der vergangenen Tage hatten den Rasen im Stadion an der Hasenweide aufgeweicht und unbespielbar gemacht.

Bei aller Freude über das 4:1 hatte Jaschke aber auch „Bauchschmerzen und Sorgen“. Grund: Christopher Cook, eine der Triebfedern im Vorwärtsgang, schied Mitte der zweiten Halbzeit mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus. Der Mittelfeldspieler hatte sich bei einem auf den ersten Blick harmlosen taktischen Foul von Nils Engelmann das linke Knie verdreht. „Es sieht nicht gut aus, ganz bitter“, sagte Jaschke.

Für Oythe war"s der erste Derby-Heimsieg gegen Lohne seit Oktober 2008, vergessen war die Tristesse der letzten Jahre (0:0, 0:0, 0:0, 0:0, 0:1, 1:2). Die Treffer für den Tabellenzweiten erzielten Dennis Jex (26.) und Nico Emich (43./83./90.+3), der nach seinem Dreierpack bereits zwölf Saisontore auf dem Konto hat.

„Mir wird"s im Moment aber auch leicht gemacht, die Tore zu erzielen“, sagte der Stürmer und lobte seine Nebenleute. Erster Adressat: Markus Kohls, der am Sonntag der überragende Akteur war. Jaschke bezeichnete den Auftritt von Kohls als „herausragend“. Der Flügelflitzer aus Einen bereitete die ersten drei VfL-Tore vor – das 1:0 und 2:1 über den rechten Flügel, das 3:1 über den linken. Es waren bereits seine Torvorlagen sechs bis acht in dieser Saison. Den Assist zum 4:1 verbuchte indes Philip Schönewolf.

„Ich glaub", unser Vorteil war heute, dass wir vorne nachlegen konnten, dass wir da noch Qualität hatten“, sagte Jaschke mit Blick auf die Einwechslungen der wiedergenesenen Schönewolf und Mursel Smakolli.
Letzterer hätte sich in der Endphase, als Lohne die Ordnung verlor, auch noch selbst in die Torschützenliste eintragen können (87./90.+1). Logisch, dass die Vorlagen von Kohls kamen.

Von einem klaren Derbysieg waren die Oyther in der ersten Halbzeit weit entfernt. „Da hat einiges noch nicht gepasst“, gab Emich zu. In der Tat: Die ersten 25 Minuten gehörten Lohne. BWL war bissig, mutig und lauffreudig. „Das war gut“, sagte Trainer Thomas Schmunkamp über den Start. Für ein „sehr gut“ fehlte eigentlich nur ein Tor. VfL-Keeper Willi Heise, der bei einer Lohner Doppelchance für Tim Wernke und Julius Liegmann zweimal glänzend parierte (11.), verhinderte eine Lohner Führung, die verdient gewesen wäre.

Und so fiel das Oyther 1:0 aus dem Nichts. Aber: Lohne erholte sich schnell und glich durch Wernke aus, der im Eins-gegeneins-Duell mit Heise eiskalt blieb – 1:1 (28.). Für Oythe war es das erste Gegentor nach 409 Zu- Null-Minuten. „Und dann kriegen wir das 1:2 zu einem so ungünstigen Zeitpunkt“, haderte Schmunkamp. Bei einer schnörkellosen Kombination der Gastgeber, an deren Ende Kohls für Emich quer legte, bekam BWL überhaupt keinen Zugriff. „Nach dem 2:1 kurz vor der Pause hatten wir gute Karten“, so Jaschke.

Nach dem Seitenwechsel blieb der blau-weiße Sturmlauf aus. Die Partie war zwar kurzweilig und umkämpft (neunmal Gelb), plätscherte rein fußballerisch aber vor sich hin, die Uhr tickte. Lohner Chancen? Einmal Frank Placke, einmal Wernke, nichts Großes, das war"s. „Mit der zweiten Halbzeit können wir überhaupt nicht zufrieden sein“, kritisierte Schmunkamp: „Wenn man zurückliegt, muss man anders auftreten.“ Der BWL-Coach vermisste Kreativität, Kompaktheit, Entschlossenheit und jene „Leichtigkeit, die Oythe gerade hat. Sie machen das dritte Tor und sind heiß auf das vierte.“

Lohne, Vizemeister der Vorsaison, ist auf Abstiegsplatz 13 abgestürzt. BWL holte aus den letzten fünf Spielen nur einen Punkt. „Jetzt stecken wir mittendrin“, sagte Schmunkamp.

Überblick
VfL Oythe - BW Lohne 4:1

Oythe: Heise - Ahlrichs, Meyer, Hesselmann, Strey (46. Odabasi) - Stukenborg, von Merveldt - Kohls, Jex (46. Schönewolf), Cook (68. Smakolli) - Emich.
Lohne: Kröger - Bramscher, Bröring, Lübberding, Hegerfeld - Beermann, Engelmann (67. Bothe) - Yilmaz (67. Schneppe), Placke, Liegmann - Wernke.
Tore: 1:0 Jex (26.), 1:1 Wernke (28.), 2:1 Emich (43.), 3:1 Emich (83.), 4:1 Emich (90.+3).
Zuschauer: 580.
Gelbe Karten: Jex, Strey, von Merveldt, Cook, Kohls, Emich - Placke, Engelmann, Yilmaz.
Nächste Spiele: VfL Oythe am Sonntag (29.10.) um 14.00 Uhr in Papenburg; BW Lohne am Dienstag (31.10.) um 15.00 Uhr gegen Holthausen-Biene.

Im Bild:
Alles im Griff: Oythes Keeper Willi Heise bei einer Chance für Lohnes Tim Wernke (hinten rechts).
Foto: Schikora

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